Wednesday, November 11, 2009

Obama-Rede: einfach nur wow!

CMB online ist selbstverständlich "fair and balanced", und daher folgt auf einen Obama-kritischen Eintrag umgehend ein großes Lob für den Präsidenten. Das verdient Barack Obama für seine wirklich fulminante Rede bei der Trauerfeier für die getöteten Soldaten in Fort Hood. Zu dieser Rede kann ich wirklich einfach nur sagen: Wow!

Hier die besten Passagen:

But here is what you must also know: Your loved ones endure through the life of our nation. Their memory will be honored in the places they lived and by the people they touched. Their life's work is our security, and the freedom that we all too often take for granted. Every evening that the sun sets on a tranquil town; every dawn that a flag is unfurled; every moment that an American enjoys life, liberty and the pursuit of happiness -- that is their legacy.
(...)

It may be hard to comprehend the twisted logic that led to this tragedy. But this much we do know -- no faith justifies these murderous and craven acts; no just and loving God looks upon them with favor. For what he has done, we know that the killer will be met with justice -- in this world, and the next.

These are trying times for our country. In Afghanistan and Pakistan, the same extremists who killed nearly 3,000 Americans continue to endanger America, our allies, and innocent Afghans and Pakistanis. In Iraq, we're working to bring a war to a successful end, as there are still those who would deny the Iraqi people the future that Americans and Iraqis have sacrificed so much for.


Obama hat mit seiner Rede genau den richtigen Ton getroffen. Respekt dafür!



Anita Dunn tritt zurück

Eine gute Nachricht aus Washington: Obamas Kommunikationschefin Anita Dunn wird zum Ende des Monats zurücktreten. Nach Van Jones ist sie das zweite Mitglied der Obama-Administration, das auf Grund linksextremistischer Äußerungen nicht mehr tragbar für den Präsidenten war. Ohne die Recherche konservativer Medien wie Fox News wäre es wahrscheinlich nicht dazu gekommen.
Anita Dunn hatte in einer Rede vor Studenten den millionenfachen Massenmörder Mao Tse-Tung als Vorbild gelobt. Zuletzt zettelte sie einen bizarren Streit mit dem Fernsehsender Fox News an, der linke wie rechte Medien gleichsam irritierte und die Einschaltquoten von Fox News deutlich verbesserte.

Während linke Medien wie MSNBC für Obama jubeln, und "moderate" Sender wie CNN relativ unkritisch über dessen Regierung berichten, berichtet "Fox News" ziemlich kritisch über Obama und seine Politik. Galt es unter Bush noch als patriotische Pflicht, regierungskritisch zu sein, werden Regierungskritiker heute als Nörgler und Nein-Sager abgestempelt, die ein Hindernis für Obamas Vision von Frieden, Freude und Glückseligkeit darstellen. Berechtigte Kritik an einzelnen politischen Vorhaben will das Weisse Haus nicht hören. Schade, denn Obama hatte doch versprochen, ein Präsident für alle Amerikaner zu sein, der das Land vereint. Statt dessen werden Zweifler als Rassisten verleumdet und die Administration legt sich Feindeslisten zu wie einst Richard Nixon. Nochmals: schade!



Tuesday, November 10, 2009

Eindrücke aus Washington

Wie auch New York ist Washington D.C. aus Film und Fernsehen gut bekannt. Fast alle berühmten Plätze liegen in einer klaren, übersichtlichen Anordnung zueinander, und es ist keine Kunst, die Stadt schon nach 5 Minuten google earth so gut zu kennen, dass man fast keinen Stadtplan mehr braucht. Kurz: Washington ist sehr viel leichter zu erkunden als New York.

Wir waren eigentlich nur im Regierungsviertel und in Arlington, für Georgetown war keine Zeit, in die berüchtigten Slums wollten wir sowieso nicht. Die Stadt ist sauber und sehr gepflegt, die U-Bahn-Stationen wirken sehr neu und sind interessant gestaltet.

Die Laufwege auf der National Mall sind wie in New York recht weit, dennoch wirkt alles durch die vielen freien Flächen viel freier und leichter. Wir sind vom Weissen Haus über das Washington Monument und das World War II Memorial (genial!) zum Lincoln Memorial gelaufen, und dann über einen großen Umweg um den See zum Jefferson Memorial. Von dort war dann klar, dass wir die U-Bahn zum Kapitol nehmen, denn der Weg wäre nicht zu bewältigen gewesen.

Auf dem Capitol Hill ist es sehr ruhig, durch die Sicherheitsabsperrungen sind kaum Autos unterwegs, man kann auf der Straße laufen. Es herrscht eine wohltuende Stille, wie sie in New York undenkbar gewesen wäre.

Ein Must-See ist selbstverständlich der Nationalfriedhof in Arlington auf der anderen Seite des Potomac River. Auf diesem gigantischen Areal befinden sich über 300.000 Gräber von Helden der amerikanischen Geschichte, und täglich werden es mehr. Wir sind in einem offenen Bus über das Gelände gefahren, der an verschiedenen interessanten Punkten gehalten hat. Dazu gehörten das Grab von John F. Kennedy und das Grab des Unbekannten Soldaten. Dort in der Nähe befinden sich auch die Erinnerungssteine für die Raumschiffe Challenger und Columbia. Von einem Hügel inmitten des Friedhofs hat man eine atemberaubende Aussicht auf das Kapitol und Washington Monument jenseits des Potomac. Auch das Pentagon ist von oben zu sehen, es gefindet sich in Arlington direkt beim Friedhof.

Zwei U-Bahn-Stationen nach Südwesten bringen uns zunächst zur Pentagon Mall, einer riesigen Mall mit jeder Menge Läden. Auch zwei patriotisch/politische Läden gibt es, in denen leider wie überall die Fan-Artikel der Demokraten überwiegen.
Das Pentagon schließlich ist eine Station zurück Richtung Friedhof. In der Haltestelle sieht man schon Personen mit den verschiedensten Uniformen - ganz wie im Fernsehen. Das 9/11-Memorial des Pentagon erreicht man leider nur über einen langen und schlecht ausgeschilderten Fußweg quer über diverse Parkplätze; einmal angekommen weiss man diesen Platz der Stille sehr zu schätzen.

Auch bei Nacht sieht die Stadt fantastisch aus, die Beleuchtung des Weissen Hauses wird allerdings am 23 Uhr heruntergefahren - schade, wenn man ein paar Minuten zu spät kommt. Die Stadt hat insgesamt den Eindruck gemacht, als liesse es sich hier prima leben. Ich komme gerne wieder!



Zitat der Woche

Ein sehr zutreffendes Zitat aus einem Artikel über den neuen TV-Sender ZDF neo in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung:

Das Merkwürdige ist: Menschen, die besonders gerne Fernsehen gucken, gucken kein Fernsehen mehr. Sie lassen sich von Online-Händlern paketeweise DVDs nach Hause schicken, suchen nach verschlungenen Wegen, sich amerikanische Serien online ansehen zu können, jonglieren mit Festplattenrekordern und Satellitenschüsseln, um Programme zu finden, die man nicht nur laufen lassen kann, sondern die begeistern, überraschen, aufwühlen, anregen, irritieren.

Wie wahr, wie wahr!

Wednesday, October 14, 2009

Eindrücke aus New York

Es ist der Traum vieler Menschen, in New York zu wohnen, meiner ist es nicht. New York ist eine Stadt, die man gesehen haben muss, die man erlebt haben muss, über die schon alles gesagt und geschrieben worden ist, von der man aber trotzdem immer wieder sprechen muss. Es ist eine Stadt, die so dominant, so übermächtig erscheint, dass man in ihr kaum selbstständig zu agieren vermag. Vielmehr taumelt man in einem Meer aus Menschen, Häusern, Autos und Zügen, die Stadt bricht über einen hinein wie eine tosende Welle, und nach ein paar Tagen sehnt man sich zurück ans ruhige Ufer.

Genug Poesie.

Man kommt in New York an, verlässt den Flughafen (JFK), und sofort umhüllt einen das amerikanische Sommer-Klima, Hitze, 95 Prozent Luftfeuchte. Die erste Überraschung: es riecht nach Salzwasser, als sei man in Italien am Strand, und nicht in der Hauptstadt der Welt. Der Himmel leuchtet auch bei Nacht, dieser amerikanische Himmel, der so anders ist als sonstwo in der Welt.

Genug Poesie.

Der Geruch des Salzwassers ist in der City dann vergangen. In der U-Bahn ist es bestimmt 20 Grad heisser als oberhalb der Erde. Es riecht nach Metall, nach alten Zügen. Die Stadt selbst stinkt nach Müll, an jeder Straßenecke muss man mit einer Duftwolke rechnen, der man lieber nicht begegnet wäre. Im Hotel steht die Luft. Die Klimaanlage brummt.

Am frühen Morgen ist die Stadt am schönsten. Auch um 6 Uhr ist es schon heiss. Die Sonne scheint im Central Park. Jogger und Hundesitter bevölkern die Wege zu dieser frühen Zeit, große Wiesen sind abgesperrt, haben erst ab 9 geöffnet. Am Horizont die Wolkenkratzer, etwas diesig, in leichtem Smog. Es ist dieses berühmte Gefühl, man sei von seinem Fernseher verschluckt worden und nun an den Ort gereist, den man so oft und doch noch nie gesehen hat.

Die Bürgersteige sind voll. Der abgegriffene Vergleich zur Ameisenkolonie muss wieder bemüht werden. Es ist Mittag. Die Luft ist so heiss und feucht, dass man glaubt, sich in Zeitlupe zu bewegen, wie unter Wasser. Man kann die Luft greifen.

Am Nachmittag wird die Stadt müder, aber nicht langsamer. Die Freiheitsstatue liegt am Horizont in leichtem Nebel, bei McDonald's ist es unglaublich dreckig (und zwar in jeder Filiale, auch auf dem Land). Am Ground Zero Staub und Baulärm. An der Wall Street machen die ersten Feierabend. Wegen Terrorgefahr ist die Straße eine Fußgängerzone.

Nach Einbruch der Dunkelheit beginnt das Leben in Little Italy. Lichterketten, fröhliche Menschen, Gastwirte ziehen die Kundschaft quasi vom Bürgersteig in die Lokale. Die Häuser werden heller, das Empire State Building leuchtet. Stretch-Limousinen belegen viele Parkplätze.

Auch in der Nacht Gedränge auf der Brooklyn Bridge. Leute spazieren in beide Richtungen, machen Fotos trotz Dunkelheit. Die gigantischen Mülleimer quillen über, Starbucks-Becher rollen auf dem Boden. Manhatten leuchtet, ruhig und elegant. Die Stadt sieht so viel friedlicher aus, als sie am Tage ist.

Nacht am Columbus Circle. Noch immer kühlen Menschen ihre Beine in dem imposanten Brunnen. Die Geschäfte im Time Warner Center sind geschlossen, der CNN-Schriftzug auf dem Dach leuchtet hell. Im Trump Tower kann man luxuriöse Hotelzimmer erahnen.

Ein Tag in New York ist ein Erlebnis.




Friday, October 09, 2009

Realsatire

Im Fitnessstudio gewesen. Der Blackberry blinkt. Eine eMail von der Tagesschau:

tagesschau.de Telegramm, 09.10.2009, 11:03 Uhr

Friedensnobelpreis für Barack Obama

Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an Barack Obama. Das teilte das norwegische Nobelpreiskomitee mit.

tagesschau.de-Redaktion.
redaktion@tagesschau.de

Ich musste zweimal lesen, um sicherzugehen, den Sachverhalt zunächst mal korrekt erfasst zu haben. Dann las ich die Mail laut vor, um die anderen Sportler zu informieren.

Und dann passierte etwas, das der Surrealität dieser Meldung in nichts nachsteht. Für einen winzigen, verrückten Moment war ich nicht der Einzige, dem das komisch vorkam. Mein Trainer, ein begeisterter Obama-Fan, und einige andere, schauten nicht nur ungläubig, sondern auch irgendwie schockiert. Ich meine sogar, ein "Aber der hat doch noch garnichts gemacht..." gehört zu haben.
Dieser eindrückliche Moment war natürlich schnell vorbei, und Begeisterung machte die Runde. Ein Herr bemerkte, dass Obama zwar noch nicht viel erreicht habe, aber immerhin hätte er noch "keinen Krieg angefangen". Das sei, stimmte eine Dame zu, eine "beachtliche Leistung für einen US-Regenten".

Nun ist der Friedensnobelpreis ja sowieso spätestens seit Auszeichnung des Terroristen Jassir Arafat oder des Komikers Al Gore eine unbedeutende Farce, und mir von daher relativ egal. Da das aber viele anders sehen, ist die Auszeichnung Obamas schon bedeutend. Bei Fox News spekuliert man heute morgen, ob der Preis schon wieder ein Anti-Bush-Preis sei - Bush ist doof, Obama ist nicht Bush, das belohnen wir mal (Frankfurter Rundschau 2007: "Friedensnobelpreis gegen Bush", zur Auszeichnug von Al Gore, CMB Online berichtete ausführich).

Die ganze Irrationalität der Auszeichnung Obamas legt tatsächlich der Kölner Stadtanzeiger dar. Der Artikel lässt Bush mal beiseite und benutzt das sehr treffende Beispiel Clinton.

Dass Obama den Friedensnobelpreis erhält, nachdem er nicht einmal ein Jahr im Amt und keine Krise seiner Regierungszeit – vom Konflikt mit dem islamischen Terrorismus bis zum Klimawandel – auch nur annähernd gelöst ist, dürfte etwa für seinen Vor-Vorgänger Bill Clinton ein Schlag ins Gesicht sein. Vom Kosovo bis zum Nahen Osten, mit Stiftungen und persönlichem Engagement hat dieser Demokrat mehr versucht und mehr erreicht als die meisten Preisträger der letzten 20 Jahre. Dennoch wird nun zum dritten Mal an ihm vorbei und über ihn hinweg ein anderer amerikanischer Spitzenpolitiker ausgezeichnet: Jimmy Carter, Al Gore, Barack Obama.

Selbst bei aller möglichen Sympathie, selbst bei allem guten Willen, Obama hat NICHTS erreicht und den Preis einfach NICHT VERDIENT. Im Gegenteil, seine Politik ist Innen wie Außen negativ zu bewerten. Aber egal. Das weitere Medienecho in Deutschland bleibt gespannt abzuwarten. Spannend auch die Frage, ob Obama den Preis persönlich in Oslo entgegennehmen wird. Mein Tipp: ja.

Vielleicht waren die Obamas bei Bekanntgabe der Entscheidung um 5 Uhr Washingtoner Zeit schon wach. Vielleicht hat Barack Frühsport getrieben, vielleicht hat Michelle in ihrem Seidenschlafanzug einen Kaffee geschlürft und dabei aus dem Fenster auf ihren berühmten Gemüsegarten geschaut. Und vielleicht war auch die Reaktion der beiden ein ehrliches: "You gotta be kidding!"


Monday, September 28, 2009

Wie es weitergehen sollte

Deutschland bekommt zum Glück eine neue Regierung, und hat somit die Chance, dass einige Dinge in Zukunft besser laufen werden. Besonders schön wäre es, wenn ein paar der folgenden Sachen passieren würden:

Guido Westerwelle sollte sich um das Ressort Wirtschaft kümmern. Das kann er am besten, und viele Deutsche zweifeln an seinem möglichen Auftreten als Außenminister.

Der neue Außenminister könnte dann Herr zu Guttenberg werden. Das ist ein Ressort, in dem er sich sowieso schon auskennt, und ein solcher Sympathieträger sollte in der Regierung präsent sein.

Horst Seehofer sollte irgendwie davon abgehalten werden, Westerwelle zu verärgern, peinlich zu sein und ungute Sachen zu sagen. Denn wenn er Westerwelle ärgert, könnte das zu unnötigem Koalitionskrach führen.

Die CDU darf sich in den Koalitionsverhandlungen in Sachen Sicherheitspolitik nicht abzocken lassen. Wolfgag Schäuble hat uns - wie auch schon sein Vorgänger Otto Schily - Sicherheit gegeben. Mehrere Terroranschläge in Deutschland wurden erfolgreich verhindert. Da Sicherheitspolitik die große Schwachstelle der FDP ist, ist hier extreme Vorsicht geboten! Andererseits hatte die FDP zum letzten mal Regierungsverantwortung auf Bundesebene vor dem 11. September 2001 - vielleicht sehen sie schnell ein, dass man inzwischen in ein paar Fragen umdenken muss.

Angela Merkel muss den Spagat zwischen Mutti der Nation und Eiserner Lady schaffen, ohne die Wähler 2013 in die Arme einer linken Koalition unter einem Kanzler Klaus Wowereit zu treiben.

Und most of all: Hört endlich auf, Steuergelder zu verschwenden! Kürzt die Ausgaben! Lasst die Menschen behalten, was sie verdienen! Weniger Umverteilung bedeutet mehr Gerechtigkeit! Gebt zu, dass wir in Afghanistan im Krieg sind! Baut Bürokratie und Verwaltung ab!

Dann geht unser Land wieder in die richtige Richtung!


Sunday, September 27, 2009

Wahl aktuell

Es reicht für schwarz-gelb! Großartig! Mit der FDP zieht nach 11 Jahren wieder wirtschaftspolitische Vernunft in die Regierung ein! Leider ist zu befürchten, dass dies auf Kosten unserer Sicherheit geht - die Schwachstelle der Liberalen. Die CDU hat auf niedrige Niveau leicht verloren, auch an der Union sind die zähen Jahre der Großen Koalition natürlich nicht spurlos vorüber gegangen. Glückwunsch an Angela Merkel und Guido Westerwelle, auf gute 4 Jahre! God bless Germany!

Wahltipp

Mein Tipp, eine Stunde vor Schließen der Wahllokale:

CDU 34%
SPD 26%
FDP 14%
Linke 12%
Grüne 9%

Einige Überhangmandate für die CDU werden aber helfen.

Friday, September 18, 2009

Blogpause vorbei

Gute Nachrichten: eine lange Blogpause geht hiermit zu Ende! In Kürze werde ich von meiner USA-Reise berichten, ein paar Gedanken zur Politik äußern (trotz Bundestagswahl ist in Amerika mal wieder alles interessanter) und nach wie vor einfach schreiben, was mich gerade beschäftigt oder mir interessant vorkommt. In diesem Jahr werde ich auch einen Tipp für den Wahlausgang veröffentlichen - aber erst am 27. kurz vor 18 Uhr! Schaut also wieder vorbei!

Monday, August 03, 2009

100 Dinge (2): ZDF-Fernsehgarten

"Das wollte ich schon immer mal machen..." - eine Liste mit solchen Dingen haben die meisten Menschen im Hinterkopf. In der Serie "1oo Dinge" berichte ich von Dingen auf meiner Liste, die ich in die Tat umgesetzt habe. Folge 2: Ein Besuch im ZDF-Fernsehgarten

Mainz ist nicht weit weg, und das Praktikum meiner Freundin beim ZDF war die ideale Gelegenheit, endlich, endlich mal den berühmten Fernsehgarten (viele weitere Fotos im Facebook, Bilder und Videos beim ZDF) zu besuchen.
Für die wenigen, die die Sendung nicht kennen: der Fernsehgarten ist eine Musik- und Spielshow mit einer über 20-jährigen Tradition beim ZDF. Produziert wird sie in den Sommermonaten live und open air auf dem ZDF-Gelände in Mainz. Als Zielgruppe würde ich Senioren mit ihren Enkeln angeben, aber tatsächlich waren auch viele junge Leute (vielleicht wegen Daniel Schumacher) und Paare mittleren Alters da. In der 3-stündigen Show passiert eine Menge, hier eine kleine Auswahl.

Moderatorin Andrea "Kiwi" Kiewel (Foto) führt gewohnt heiter durch das sehr schlagerlastige Programm. Eigentlich ist es sinnvoll, bei der Show keine Platzkarten zu haben, denn die Mehrheit des Publikums bewegt sich sowieso über das Gelände, um die Aktionen auf den verschiedenen Bühnen zu sehen. Animiert wird man dort von mehreren Warm-Uppern, die das Klatschtempo vorgeben und Tafeln mit den Liedertexten hochhalten, damit das Publikum auch mitsingen kann (doch wer braucht beim Lied vom roten Gummiboot noch eine Texthilfe?). Jedenfalls ist die Atmosphäre sehr fröhlich und entspannt, auch wenn Sendeassistentinnen mal eben den Poolbereich für einen Kameramann räumen wollen, innerhalb von 30 Sekunden, "einfach drängeln, das ist am einfachsten". Eine Dame um die 40 erzählt mir, sie sei wegen Andre Stade hier. Der präsentiert einen Hit mit dem vielsagenden Titel "Du hast noch immer Sterne in den Augen". Das Motto heute ist Italien, darum wird natürlich Pizza gebacken und Eis verschenkt. Darüber hinaus sind dutzende kleine Fiat 500 auf dem ganzen Gelände ausgestellt.
Der berühmteste Gast der Sendung war Kristina Bach, die mir ein Autogramm gegeben hat. Model Jana-Ina ("Das Model und der Freak") kam mit ihrem Mann Giovanni. Offensichtlich ist sie Linkshänderin, denn beim Autogrammeschreiben flüsterte eine Mutter zu ihrer Tochter: "Guck mal, die schreibt mit links!!". Ich wollte schon "Wahnsinn, genau wie Obama" rufen, tat es dann aber doch nicht. Nach fast 3 Stunden Entertainment inklusive einer Horde Halbnackter, die mit bunt bemalten Körpern das Sendelogo nachstellten, wurden noch die Wildecker Herzbuben als Mainzelmännchen verkleidet.

Fazit:

Es war sehr nett beim ZDF, und ich habe vor, nächstes Jahr wiederzukommen. Eine so große Show ist auch für Leute fern der Zielgruppe interessant mitzuerleben.