Monday, February 08, 2010

Finally, there's real hope!



Sarah Palin hat mich von Anfang an begeistert, aber ich war mir nicht sicher, ob sie die Republikanische Partei wirklich zurück ins Weisse Haus führen kann. Am vergangenen Samstag hat Palin die Keynote-Speech auf der konservativen Tea Party Convention gehalten, das Tea-Party-Movement ist eine neue Grassroot-Bewegung aus Bürgerrechtlern und Amerikanern, denen die Obama-Politik schon jetzt zum Hals heraushängt.
Die Rede hatte alles, was Obamas Rede zur Lage der Nation schmerzlich vermissen liess: Vision, Esprit, Charme, klare Ansagen und vernünftige Überzeugungen. Eine solche Rede habe ich schon lange nicht mehr gehört.

Sarah Palin könnte tatsächlich die Hoffnung auf eine erfolgreiche, neue, konservative Bewegung sein, die Amerika zu alten Stärken zurückführt. Alle 5 YouTube-Teile der Rede sind hier übersichtlich aufgelistet. Unbedingt anschauen!



Thursday, January 28, 2010

Die Lage Obamas und der Nation

Vergangene Nacht hat Barack Obama bekanntlich seine erste Rede zur Lage der Nation (State of the Union Address) gehalten. Das große Vorzeichen der Rede war der Verlust des wichtigen Senatssitzes von Teddy Kennedy an den Republikaner Scott Brown in der letzten Woche und die weiter sinkenden Umfragewerte für Obamas Regierung. Was also tun? In einem Interview erklärte der Präsident, er sei lieber ein "guter Präsident mit nur einer Amtszeit", als ein "mittelmäßiger für zwei". Er will also tun, was er für richtig hält, unabhängig von den Umfragewerten. Das ist ihm positiv anzurechnen, diese Charakterstärke habe ich auch bei George W. Bush immer bewundert. Bei Barack Obama gibt es da aber ein paar Probleme: zum einen ist das, was er für richtig hält, meistens falsch. Zum anderen hat Obama dieser Tage seinen Wahlkampfmanager als Berater zurück in seinen Stab geholt; die Administration trifft sich wöchentlich zur Analyse ihrer Umfragewerte im Weissen Haus. So egal scheint die Demoskopie also doch nicht zu sein.
Barack Obama regiert momentan gegen die Mehrheit seiner Landsleute. Die Amerikaner sind weder mit seiner soften Anti-Terror-Politik, noch mit seiner Gesundheitsreform, einverstanden. Obama schlussfolgert in einer recht arroganten Weise daraus, dass die Menschen ihn einfach nicht ausreichend verstehen - und das, obwohl er so viele Reden, Interviews und Pressekonferenzen gegeben hat wie kein anderer Präsident in seinem ersten Jahr.
Es ist nicht gut, beim Regieren seine Fahne einfach nach dem Wind zu richten. Aber sein eigenes Land gegen den Willen der Menschen revolutionieren zu wollen, kann hier auch nicht die Lösung sein. Barack Obama muss einen Weg finden, auf die Menschen zu hören, statt immer nur selbst zu reden.

Entsprechend schwierig waren also die Umstände dieser Rede. Die TV-Kommentatoren rätselten: ist seine Lösung ein Schritt nach Links oder ein Schritt zur Mitte?
Präsident Obama hat beides in einem versucht - und ist damit grandios gescheitert. Mit mehr Selbstbewusstsein hat er sich zu seinen linken Positionen bekannt, linke Anliegen forsch vorangetrieben (vor allem die Aufhebung von "Don't ask, don't tell"), und damit vielleicht seine Unterstützer von linksaußen vorläufig versöhnt. Seine Versuche, auf die Mitte und die Konservativen zuzugehen, waren weniger als kläglich. Die üblichen Phrasen von dem Wunsch nach Überparteilichkeit standen in zu argem Kontrast zum sehr parteiischen Auftreten der Demokraten; die Außen- und Sicherheitspolitik spielte in der Rede nur eine minimale Rolle.

Bei seinen bisherigen Reden konnte Obama meine Sympathie gewinnen, auch an Punkten, an denen ich inhaltlich nicht zustimmen konnte. Von diesem "Obama-Effekt" war gestern nichts zu spüren, und das ist das eigentlich überraschende an der Rede. Obamas Rhetorik war vollkommen uninspiriert; der Auftritt ungewohnt glanzlos für eine State of the Union (beispielsweise fehlte die Begrüßung von originell ausgewählten Ehrengästen, lediglich der Botschafter von Haiti tauchte mal unauffällig im Bild auf). Sehr sehr schade.

Ich glaube, Barack Obama fühlt sich gerade in eine neue Rolle ein. Er lernt nun, nicht mehr der "Messias für alle" zu sein, sondern ein harter Realpolitiker mit einer Agenda, die ihm viele Feinde beschert hat und noch bescheren wird. Er lernt erst jetzt, dass es Menschen gibt, die seine Vision von einem neuen, anderen Amerika nicht teilen, sondern diese als Bedrohung empfinden.
Der Harmonie-Fixierte Obama wird in Zukunft aggressiver kämpfen. Seine Agenda ist es ihm Wert.
Das bedeutet aber auch, dass er in Zukunft noch härter kritisiert wird. Zum Beispiel von mir.



(zum Weiterlesen: loyal bushie hat die etwas emotionalere Kritik der Rede.)




Wednesday, January 27, 2010

Politische Links...

In den letzten Tagen war viel los in der Politik... und heute Abend kommt bereits Obamas Rede zur Lage der Nation. Daher möglichst kurz und knapp ein paar interessante, aktuelle Goodies aus dem Web:

- Cool oder irre? Obama verschiebt Rede zur Lage der Nation wegen der TV-Serie "Lost".

- Die immer sehr lustige Tracey Ullmann imitiert Rachel Maddow und Ariana Huffington

- Glenn Becks bisher bester Kommentar: Obama sagt doch tatsächlich, die Wut der Bürger über George W. Bush sei "schuld" am Sieg des Republikaners Scott Brown. Ich meine, das stimmt: die Leute sind wütend darüber, dass George W. Bush nicht mehr Präsident ist.

- Wo wir gerade über Bush reden: gutes Essay von Jeffrey Scott Shapiro, der unter anderem auf Facebook eine Initiative gegründet hat, die die Erfolge der Bush-Administration zu schätzen weiß.

- Dazu demnächst als Buch erhältlich: die Bush-Jahre aus der Sicht von Karl Rove! Ich kanns kaum erwarten.

- Lesenswerte Perspektive: Die Achse des Guten über Brown, Palin & Co.

- Sensation: deutsche Familie erhält politisches Asyl in den USA!

...more to come...



Wednesday, January 20, 2010

Obama-Gegner schreibt Geschichte

BREAKING NEWS: Scott Brown hat vergangene Nacht den Senatssitz von Ted Kennedy erobert. Fast 50 Jahre hatte Ted Kennedy seinen Sitz im Senat sicher inne, gestützt von den Wählern des linken Bundesstaates Massachusetts, dem "demokratischsten aller demokratischen Staaten". Es ist bemerkenswert, dass gerade diese Wähler nun ein klares "Nein" zu Obamas Regierungskurs und besonders seiner Gesundheitsreform gesagt haben. Auch im linken Lager gibt es einfach keine Mehrheit für Obamas Reform.

Der Spiegel schreibt:

Schlimmer hätte Barack Obamas erstes Amtsjubiläum kaum ausfallen können. Just ein Jahr nach seinem Einzug ins Weiße Haus jagen die Republikaner den Demokraten in einer Nachwahl den 60. Senatssitz ab - und damit die Mehrheit für eine Gesundheitsreform. Dem Präsident droht die dauerhafte Machterosion.
Katastrophen sind gute Nachrichten für Fernsehmacher, sie bringen ihnen tolle Quoten. Deshalb ist dieser Dienstagabend ein sehr guter Tag für sie. Die TV-Sender können nahtlos von den schrecklichen Beben-Bildern aus Haiti ins Hauptquartier der Demokraten in Massachusetts schalten.

Deren Politikerin Martha Coakley hat bei einer Nachwahl in dem Ostküstenstaat krachend gegen den Republikaner Scott Brown verloren - damit geht den Demokraten jener Senatssitz verloren, den Polit-Ikone Ted Kennedy bis zu seinem Tod fast fünf Jahrzehnte lang innehatte. Barack Obamas Partei ist erschüttert, das Weiße Haus auch. Just am ersten Jahrestag seines Amtsantritts steht der Präsident vor einem politischen Desaster.


Scott Browns fulminante Siegesrede sollte man sich auf jeden Fall anschauen! Obama ist heute seit einem Jahr Präsident. "Yes, We Can" - das haben gestern seine politischen Gegner gerufen.





Monday, January 11, 2010

Krauthammer: "Obama's Guantanamo Obsession"

Der geniale und unter anderem mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete neokonservative Publizist Charles Krauthammer hat am vergangenen Freitag einmal mehr eine wegweisende Kolumne in der Washington Post veröffentlich. Darin befasst er sich mit der fatalen Entscheidung der Obama-Administration, den Fall des "Unterhosen-Bombers" von Detroit vor einem zivilen Gericht zu verhandeln und das Gefangenenlager in Guantanamo zu schließen.

Well, it did for Abdulmutallab. What he lost in flying privileges he gained in Miranda rights. He was singing quite freely when seized after trying to bring down Northwest Flight 253 over Detroit. But the Obama administration decided to give him a lawyer and the right to remain silent. We are now forced to purchase information from this attempted terrorist in the coin of leniency. Absurdly, Abdulmutallab is now in control.
(...)

Jihadism's list of grievances against the West is not only self-replenishing but endlessly creative. Osama bin Laden's 1998 fatwa commanding universal jihad against America cited as its two top grievances our stationing of troops in Saudi Arabia and Iraqi suffering under anti-Saddam sanctions.

Today, there are virtually no U.S. troops in Saudi Arabia. And the sanctions regime against Iraq was abolished years ago. Has al-Qaeda stopped recruiting? Ayman al-Zawahiri, al-Qaeda's No. 2, often invokes Andalusia in his speeches. For those not steeped in the multivolume lexicon of Islamist grievances, Andalusia refers to Iberia, lost by Islam to Christendom -- in 1492.

This is a fanatical religious sect dedicated to establishing the most oppressive medieval theocracy and therefore committed to unending war with America not just because it is infidel but because it represents modernity with its individual liberty, social equality (especially for women) and profound tolerance (religious, sexual, philosophical). You going to change that by evacuating Guantanamo?



Unbedingt den ganzen Text lesen!



Monday, January 04, 2010

Freuen mit FNC, Wundern über PSL

Nach "Lachen über Fox News" kommt heute "Freuen mit Fox News (FNC)": der Nachrichtensender von Rupert Murdoch hat sich in den letzten 10 Jahren einen beeindruckenden Vorsprung vor der Konkurrenz geschaffen, wie die Mediendaten bei TVNewser eindrucksvoll zeigen. Auffällig ist der höhere Peak im Wahlkampf 2008 bei allen Nachrichtensendern und der Anstieg der Fox-News-Quoten mit der Vereidigung von Barack Obama. Interessant ist die weitere Entwicklung von MSNBC. Der links-alternative Nachrichtensender von NBC befindet sich am Rockefeller Plaza nur wenige Gehminuten von Fox News entfernt, liegt quotenmäßig aber meilenweit zurück. Die starke linke Agenda des Senders ist kein besonderer Zuschauermagnet, könnte dem Sender aber langfristig helfen. Nach dem erfreulichen Rekordjahr 2008 dümpelt CNN nun wieder im Mittelfeld daher.

Zum Thema "Fox News" hat sich der selbsternannte Alles-Experte Peter Scholl-Latour (PSL) in der Zeitschrift "tv Hören und Sehen" geäußert. Ist die Zeitschrift es eigentlich kaum wert, zitiert zu werden, ist es sehr wohl PSL.

"Sie müssen sich mal ansehen, wie Sender wie "Fox" das eigene Staatsoberhaupt angehen. Das ist hämisch und gehässig, das ist bösartig, das ist teilweise auch völlig verzerrend - aber das ist gut gemacht".

Da stellen sich mir gleich ein paar Fragen an Herrn Scholl-Latour: Ist es nicht eigentlich gut, wenn ein Sender regierungskritisch berichtet? Ist es nicht fair, dass Obama auch bei Journalisten mal Kritik erfährt, während andere Journalisten ihm zu Füßen liegen und sich zu seinem Sprachrohr machen? Weiß Herr Scholl-Latour, dass es mit MSNBC einen ganzen Nachrichtensender gibt, der eine linke Agenda hat und Obama vorbehaltslos unterstützt? Fand Herr Scholl-Latour es auch "hämisch und gehässig", dass der Chefmoderator eben dieses linken Nachrichtensenders den damaligen Präsidenten George W. Bush aufforderte, "zur Hölle das Maul zu halten"? Fand Herr Scholl-Latour es ebenfalls "aus deutscher Sicht unwürdig", als George W. Bush mehrheitlich von den Medien schlechtgemacht wurde?

Der Fragesteller der "tv Hören und Sehen" steht Herrn Scholl-Latour unterdessen in nichts nach. Der Titel des Interviews lautet "Ist Amerika unregierbar?", und das in den Fragen vorweggenommene Ergebnis von PSLs Analysen lautet: Obama ist klasse, doch die Amis sind zu doof, daher kann er nicht gescheit regieren. Beispielsweise seien die "kleinen Leute" in Amerika nicht ordnungsgemäß Obama-Begeistert. Der Grund: sie wurden von "diversen Lobbys" so auf eine "Anti-Sozialismus-Kampagne eingeschworen", dass sie "ihre wahre Situation gar nicht erkennen". Na klar, denn die "wahre Situation" von Joe Sixpack kann PSL aus dem deutschen Talkstudio besser beurteilen, als Joe Sixpack selbst. Die Amis sind halt zu dumm für so einen exzellenten Präsidenten. "Da kann man Obama keinen Vorwurf machen", fasst PSL zusammen.

In der aktuellen Sonntags-FAZ erklärt PSL dann noch den Terrorismus und künftige Gefahrenherde der Welt, die er in seinem neuen Buch "Die Angst des weißen Mannes" thematisiert. Da sagt er zum Beispiel:

"Vor dem Terrorismus brauchen wir keine Angst zu haben, mit Terrorismus kann man leben."

Ach so. Dann haben wir uns ja die lezten 8 Jahre ganz umsonst gefürchtet und ganz umsonst gekämpft. Dann verschwendet ja jetzt auch Barack Obama seine Energie ganz unnötig. Hätten wir das doch früher eingesehen! Ob die tausenden Witwen, Waisen und Verstümmelten von New York, Madrid, London, Bali und co. auch ganz gut "damit leben können"?

An anderer Stelle des Interviews kritisiert PSL das zaghafte deutsche Einmischen in die Menschenrechtsangelegenheiten Chinas und Russlands mit den Worten

"Was geht das die Deutschen an, verdammt noch mal?"

Ja genau! Was erdreisten wir uns auch, Christenverfolgung, Auftragsmorde und Arbeitslager anzusprechen? Einfach großzügig darüber hinwegsehen, so löst Peter Scholl-Latour wohl gerne Probleme.

Peter Scholl-Latour hat in den letzten Jahren mehrfach unter Beweis gestellt, dass er als "Experte" besser nicht mehr befragt werden sollte. Hoffentlich wird das jetzt auch mal den Medien klar.







Wednesday, December 30, 2009

Versuchter Terror und die Folgen

In den USA wurde extremst knapp ein schwerer Terroranschlag verhindert. Einige Reaktionen überraschen, andere nicht. Erwähnenswert sind sie allemal.

Barack Obama hat erstaunlich lange geschwiegen. Die Beinahe-Katastrophe von Detroit war für den Präsidenten viel zu lange kein Grund, sein Golfspiel auf Hawaii zu unterbrechen. Dabei hätte ein kurzes Statement zur Beruhigung seiner Landsleute gereicht. Die Sicherheitsbestimmungen im Flugverkehr will der Präsident überdenken - zu recht. Im Gegensatz zu Fort Hood spricht das Weiße Haus von hier klar von Terror - dass man diese Selbstverständlichkeit loben muss, spricht für sich. Obama überliess das Feld seiner Heimatschutz-Ministerin Janet Napolitano. Napolitano, eigentlich eine Frau mit Sachkompetenz, fiel es bei zahlreichen TV-Auftritten schwer, das Versagen der Sicherheitsbehörden zu erklären, was selbst den sonst so zahmen Matt Laurer in "Today" zu etwas aufgeregterem Nachfragen anregte.

Die US-Regierung hatte, wie der SPIEGEL berichtet, angeblich frühzeitig Hinweise auf mögliche Terrorattacken aus dem Jemen. Auch stand der Name des "Bein-Bombers" auf einer Watchlist für Terrorverdächtige. Unter Präsident Bush waren solche "Indizien" bereits ausreichend für die blödsinnige Theorie, dass das Weiße Haus den Anschlag bewusst zugelassen hätte. Obama hat sich dem Versagen der Sicherheitsdienste inzwischen angemessen angenommen.

In Deutschland haben sich schnell auch konservative Politiker gegen den Einsatz von so ganannten "Nacktscannern" ausgesprochen. Doch diese Front bröckelt, der ehemalige SPD-Europaabgeordnete und Reiseveranstalter Öger hält den Einsatz solcher Scanner für "langfristig nicht zu vermeiden". Vereinzelt stimmen selbst liberale Kommentatoren dem zu. In den Niederlanden werden die Scanner wohl zum Standard.

Außer seinem viel zu späten Presse-Statement ist Präsident Barack Obama in dieser Sache kein Vorwurf zu machen. Außer in Teilen seiner Rhetorik ist er mit den Terroristen nicht auf Kuschelkurs gegangen, hat er keine wichtigen sicherheitspolitischen Maßnahmen der Bush-Regierung abgeschafft, die diese Situation erst möglich gemacht hätten.

Die Frage, warum Umar Faruk Abdulmutallab überhaupt einen Terroranschlag verüben wollte, stellt sich in unbequemer Weise der politischen Linken. Laut der Logik der Linken war es die Präsidentschaft von George W. Bush, die die Terroristen vom 11. September zu ihren Taten provozierte. Laut der Logik der Linken sollte ein linker US-Präsident eine "neue Ära der Diplomatie" eineiten und der "muslimischen Welt die Hand reichen". Das hat Barack Obama in fast unterwürfiger Art und Weise getan, man denke an seine Rede in Kairo, man denke an den Friedensnobeloreis. Erstaunlicher weise ließen und lassen sich die Terroristen davon aber nicht beeindrucken. Wir erleben es nicht, dass Terror-Camps geschlossen werden, weil die Rekruten bewegt sind von Obamas Freundlichkeit und Offenheit. Jenseits des linken Lagers weiß man schon lange, warum: die Terroristen sind einfach böse. Sie hassen uns nicht für das, was wir tun, sondern für das, was wir sind: frei und selbstbestimmt.

SPIEGEL-Autor Jan Fleischhauer bringt es in seinem intelligenten Buch "Unter Linken" auf den Punkt:
Dem Terroristen einen Mitteilungs- und damit Verständigungsdrang zu unterstellen gehört zu den tragischen Irrtümern der aufgeklärten Welt. Die einzige Botschaft, die der Terrorist für uns parat hat, ist die der Negation von allem, was uns heilig ist.

Das ist zwar offensichtlich wahr, doch mit dem Erkennen der Wahrheit tun sich Linke bekanntlich schwer. Den Vogel abgeschossen hat in diesem Zusammenhang die Online-Ausgabe des stern mit einem wahnwitzigen Kommentar, der durch seine ungeheure Klischeehaftigkeit noch unglaublicher wird. Die Autorin schreibt:

Die simple Wahrheit ist: Es kann und wird keine absolute Sicherheit geben. Nicht beim Fliegen, nicht beim Zug fahren und auch nicht beim Kaffeetrinken im Bistro um die Ecke. Wäre die Politik bereit, sich dieser Wahrheit zu stellen und auf immer neue, immer absurdere Sicherheitsvorkehrungen zu verzichten, könnte sie sich endlich einmal ernsthafte Gedanken darüber machen, wie es zu schaffen ist, dem weltweiten Terror den Nährboden zu entziehen. Das war, auch wenn es inzwischen in Vergessenheit geraten ist, nach den Anschlägen vom September 2001 immerhin einmal das erklärte Ziel nicht nur der US-amerikanischen Regierung. Doch bislang ist von politischen Aktivitäten, wie langfristiger wirtschaftlicher Entwicklungshilfe, Bildungskampagnen und der Bekämpfung von Armut und Hunger in der Welt wenig zu merken.

Entwicklungshilfe und die Verbreitung von Menschenrechten, Bildung und vernünftigen ökonomischen Strukturen war nach dem 11. September in der Tat die Agenda der Regierung Bush, zu Recht. Zu Unrecht ist diese Regierung gerade dafür von den Linken ohne Ende kritisiert worden. Da war von der "Überheblichkeit des Westens" die Rede und von "Imperialismus".

Offensichtlich ist die Autorin allen Fakten zum Trotz noch immer der klassisch linken Ansicht, Terror entstehe durch "Armut und Hunger", und mit dem Verteilen von Mais, Mehl und Schulbüchern sei der Terror zu stoppen. Dies ist, um obiges Zitat aufzugreifen, ein "tragischer Irrtum" (man könnte es auch totale Dummheit nennen). Warum baut Osama bin Laden mit seinem Millionenvermögen keine Kinderkrankenhäuser, sondern Terrorcamps? Warum bildet er junge Menschen nicht zu Ärzten, sondern zu Massenmördern aus? Umar Faruk Abdulmutallab, Sohn eines Millionärs, studiert in Europa - was hätte er mit Mühe und Intelligenz in seinem Leben Gutes für die Menschen in der arabischen Welt bewirken können. Wollte er aber nicht. Er wollte lieber Unschuldige töten.

Der Grund: die Terroristen sind böse. Selbst Barack Obama hat bei seiner Ansprache in Oslo die Existenz des Bösen in der Welt nachdrücklich angesprochen. Die Linken schaffen, so Jan Fleischhauer, das Böse ab, weil jeder Täter eigentlich Opfer sei. Auf diese Weise schafft man zwar das Böse ab, verhindert aber keine einzige böse Tat.

Der Vorfall von Detroit hat den Terrorismus wieder allgegenwärtig gemacht. Wir dürfen uns davon in unserem Alltag nicht beeindrucken lassen. Gleichzeitig muss uns aber auch nach wie vor bewusst sein, wie wichtig und aktuell der "Krieg gegen den Terror" nach wie vor ist.



Thursday, December 17, 2009

Glenn Beck zu Kopenhagen

Es wirkt manchmal schon etwas kurios, wenn Glenn Beck in seiner Sendung auf Fox News in seinem mit lustigen Accessoires vollgestellten Studio die Welt erklärt; und dabei auch mal Spielzeugautos als Anschuungsmodell verwendet - über eine lustige South-Park-Parodie dieser Sendung habe ich erst kürzlich berichtet. Auf seine unorthodoxe Art und Weise spricht Glenn Beck aber oft wichtige und berechtigte Gedanken an, die man sonst nicht zu hören bekommt.
So berichte Beck ausführlich und erfrischend skeptisch über den Klimagipfel in Kopenhagen. Beck ist das, was man wohl einen Klima-Skeptiker nennen würde: anders als die meisten anderen Journalisten hinterfragt er die dubiosen wissenschaftlichen "Fakten" zum "menschgemachten Klimawandel". In einer seiner letzten Sendungen hat er dazu ein paar interessante Gedankengänge dargelegt.


Becks These: im Mittelalter sah die "Staatsordnung" noch so aus, dass Gott dem König sagte, was zu tun sei, der König sagte das dann dem Volk. Der einfache Bürger stand also ganz unten in der Hierarchie. Mit der Gründung Amerikas 1776 errichteten Menschen eine neue, gerechtere Ordnung: Gott sagte dem einzelnen, was zu tun sei, der einzelne Bürger sagte es dann der Regierung. Die Regierung arbeitet hier also für uns, und wir haben die Kontrolle über sie. Soweit, so gut, doch die Regierung ist davon nicht begeistert. Zusammen mit den Linken, den "secular progressives" eleminiert die Regierung erstmal Gott - die totale Säkularisierung der Gesellschaft. Wenn der Bürger nun nicht mehr durch eine übergeordnete Instanz, sondern durch eigenes Gutdünken entscheidet, was richtig ist und was nicht: mit welcher Bevollmächtigung will er dann der Regierung sagen, was sie tun soll? Die Regierung will in der Hierarchie wieder nach oben. Also schafft sie sich eine neue übergeordnete Instanz, und das ist der Planet Erde. Die Erde sagt der Regierung, was zu tun ist, und die Regierung sagt es dann dem einfachen Volk. Die ursprüngliche Ordnung ist wieder hergestellt. Der Planet sagt der Regierung (angeblich), "Die Eisbären sterben" (obwohl es immer mehr werden), und die Regierung erhöht darauf hin die Steuern. Der Planet sagt der Regierung (ageblich), "Mir wird immer wärmer", woraufhin die Regierung die Glühbirne verbietet.

Und darum geht es letzten Endes in Kopenhagen:

1. Uns noch mehr von unserem Geld wegnehmen.
2. Uns noch mehr von unserer Freiheit wegnehmen.
3. Institutionen und Strukturen bilden und festigen, um 1. und 2. in Zukunft mächtig auszuweiten.

Und weil man sich dagegen nicht wehren kann, bleibt einem nur der humorvolle Widerstand mit einem neuen Zitat von Denny Crane, dem wunderbaren Anwalt aus "Boston Legal":

Ich hoffe, dass dieser Planet überlebt, das hoffe ich wirklich. Aber ich habe die Schnauze voll von euch schnippischen, Hybrid-fahrenden Sozialisten, die uns erzählen wollen, wie wir unser Leben zu führen haben. Hin und wieder verpulvere ich ein wenig Sprit. Im Winter lasse ich mein Termostat auf 24 Grad stehen. Ich bevorzuge Nachtspiele im Football und ich hasse das Gejammer von euch Klimatatastrophenfuzzies über meinen Elektroschmuck!

Niemand kommt einfach in mein Büro und verdirbt mir die Weihnachtsstimmung mit einem Haufen Rettet-den-Planeten-Atheisten-Kommunisten-Gesabber!


Richtig.

Eine sehr ausführliche Berichterstattung zum "Klimawandel" und der Konferenz in Kopenhagen bietet die Achse des Guten unter anderem hier. Es empfiehlt sich wirklich, sich mal in das Thema einzulesen.
Allerdings nicht an diesem Wochenende; denn das kalte Winterwetter sollte man genießen. Denn bald haben wir nur noch Sahara. Wer's glaubt...


Thursday, December 10, 2009

Friedensnobelpreis an Barack Obama

Barack Obama hat heute in Oslo den Friedensnobelpreis erhalten. Über die Angemessenheit dieser Auszeichnung kann man sich vortrefflich streiten, fest steht: der amerikanische Präsident ist in der Welt beliebt wie kaum einer seiner Vorgänger.
Das ist zwar schön, doch die Frage lautet: ist es wichtig? Die Antwort lautet: Nein. Es geht in dieser Welt nicht darum, gemocht zu werden, sondern darum, das Richtige zu tun.

Bei aller Euphorie um Obama muss man leider sagen, dass er nach wie vor viele Dinge tut, die einfach nicht richtig sind. Es ist nicht richtig, die Steuern zu erhöhen. Es ist nicht richtig, Milliarden und Abermilliarden zur Eindämmung des Hirngespinstes "menschgemachter Klimawandel" zu verpulvern. Es ist nicht und niemals richtig, sich von Israel zu distanzieren. Es ist nicht und niemals richtig, für mehr Abtreibungen zu sorgen. Es ist nicht richtig, den Begriff "Familie" neu zu definieren. Es ist nicht richtig, vor den Feinden der Freiheit Schwäche und Unentschlossenheit zu demonstrieren.

Die Welt mag das anders sehen, und Obama daher lieben. Doch das ändert nichts an oben genannten Wahrheiten: es ist einfach nicht richtig.



Monday, December 07, 2009

Und jetzt alle singen und tanzen!

Der frühe Sonntagmorgen ist immer für eine Überraschung gut. Gestern lag der F.A.S. ein Flyer mit einer, sagen wir mal, interessanten, Ankündigung bei. "HOPE-Die Obama Musical Story" - ein Musical über Barack Obama! Wie schon beim Friedensnobelpreis klingt das zunächst wie Satire, ist aber vollkommen ernst gemeint.

Im Musical wird der rasante Aufstieg Barack Obamas zum US-Präsidenten von 30 "erstklassigen Sängern, Tänzern und Akrobaten" dargestellt. Es sei durch die jüngsten Ereignisse ein "neuer Zeitgeist" entstanden, der in einer Nebenhandlung "durch die Augen einer in Chicago lebenden, multikulturellen Wohngemeinschaft" betrachtet werde. Der Zuschauer, so verrät der blaue Flyer weiter, erlebe das "erste Interaktivmusical zum Mittrommeln" auf speziellen "BAFF-Musikstühlen". Ob ein gewisser Thomas G. Hornauer für die Idee des "interaktiven Mittrommelns" Tantiemen kassiert hat, ist nicht bekannt .

Unfreiwillig komisch mutet auch der Trailer der Veranstalter an, besonders die Dame, die offenbar Hillary Clinton darstellen soll:



Die "Weltpremiere" findet am 17. Januar in der Jahrhunderthalle Frankfurt statt, gesponsert von der Frankfurter Rundschau und Radio BOB. Es sollen mindetens 6 unterschiedliche Musikstile, von Klassik bis Hip-Hop, eingesetzt werden.
Tickets soll es "bereits ab 42,- Euro" geben. Geschickte Zeitgenossen nutzen das im Flyer angebotene "Special": "10 % Rabatt bei Nennung des Kennworts "ATEMBERAUBEND" bei der Ticketbestellung".

Dann kann der Tanz um das goldene Kalb ja beginnen.





Thursday, December 03, 2009

Obamas Rede zu Afghanistan

Barack Obama hat, nach sehr, sehr langem Überlegen, seine neue Afghanistan-Strategie bekanntgegeben. In einer guten, sehr präsidialen Rede in West Point kündigte er an, 30,000 weitere Soldaten nach Afghanistan zu schicken, um den Krieg endlich zu gewinnen und zu einem für den Westen zufriedenstellenden Ende zu führen. Barack Obama spricht, anders als sein Amtsvorgänger Bush, nicht vom leuchtenden Vorbild, dass eine funktionierende Demokratie in Afghanistan sein könnte, sondern fast ausschließlich von den Sicherheitsinteressen des Westens.

Die Entsendung weiterer Truppen war die einzig richtige Entscheidung. Der Terrorismus muss dort bekämpft werden, wo er sich organisiert. Barack Obama hat Recht, dass dies kein Krieg Amerikas, sondern ein Krieg der ganzen Welt ist. Hoffentlich nehmen Amerikas Verbündete ihre Verantwortung war, und unterstützen die USA ebenfalls mit mehr Truppen. Auch Deutschland.

2011 sollen die US-Truppen laut Plan mit ihrem Rückzug beginnen. Einerseits war es nötig, mit dieser Ankündigung die afghanische Regierung zu mehr Initiative anzuspornen. Andererseits besteht die Gefahr, dass Taliban und Al Kaida nun einfach 18 Monate warten, um sich dann neu zu formieren.

Die Ankündigung eines Truppenabzugs war aber auch ein Signal Obamas an die Wähler an der Heimatfront: denn dort sieht es für den Präsidenten alles andere als gut aus. Die moderaten Wähler der Mitte sind genervt, dass schon wieder ein Polarisierer im Amt ist, der eben kein "Uniter" ist, wie er es im Wahlkampf versprochen hat - auch wenn er es ab und an ehrlich versucht. Und Obamas Basis bröckelt schon seit Monaten. Auch wenn Michael Moore nur einen sehr kleinen Teil Amerikas repräsentiert: sein offener Brief an Obama findet unter vielen Demokraten Zustimmung.