Wednesday, April 01, 2009

G20-Demonstrationen

In London findet dieser Tage die größte Demonstration seit der Anti-Kriegsdemo 2003 statt - gegen den G20-Gipfel. Die Demonstranten sind teilweise gewaltbereit, randalieren und haben eine Bank gestürmt. Manche Großbanken haben für den Gipfel geschlossen, ein Finanzinstitut hat seinen Mitarbeitern empfohlen, während des Gipfeltreffens auf Anzug und Krawatte zu verzichten - um nicht die Aufmerksamkeit der Demonstranten zu erregen.
In Paris gab es in den letzten Wochen große Demonstrationen für mehr Sozialstaat und "gegen die Finanzkrise" (als ob irgendwer dafür wäre!). Dabei wurde beobachtet, dass die Mittelschicht mehr und mehr bei der Randale der Unterschicht mitmacht.
In Deutschland ist es noch nicht ganz so schlimm - aber auch hier spricht man von einer "neuen Protestkultur".
All dies könnten Anzeichen dafür sein, dass es in Europa nicht mehr lange so friedlich bleibt.

Eine interessante Notiz am Rande: die (meist sehr linken) Demonstranten protestieren vor allem gegen staatlichen Hilfen für Banken und Unternehmen ("Wir zahlen nicht für eure Krise", "Nature Doesn't Do Bailouts") - und vertreten somit exakt die selbe Position wie die "bösen" Neoliberalen.